Montag, 15. September 2014

Meditation reduziert Migräne


Meditation mildert Migräne

Entspannungsübungen senken Häufigkeit, Schwere und Dauer von Kopfschmerz-Attacken

Stressbewältigung gegen das Hämmern im Kopf: Eine standardisierte Meditationstechnik soll Migränepatienten Linderung verschaffen. Die berüchtigten Kopfschmerzattacken fallen dadurch milder und seltener aus, berichten Wissenschaftler im Fachmagazin "Headache". Bisher handelt es sich zwar nur um eine kleine Pilostudie, die positiven Effekte seien jedoch deutlich erkennbar, so die Forscher.
Lähmende Kopfschmerzen, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit – von solchen und anderen Symptomen der Migräne ist etwa jeder Zehnte in Deutschland betroffen. Die genauen Ursachen und Abläufe der Migräne sind noch unklar. Fest steht jedoch, dass die wiederkehrenden Anfälle die Lebensqualität der Betroffenen drastisch einschränken können. Als einer der Risikofaktoren für häufigere Migräneanfälle gilt Stress. Daher scheint es zunächst wenig verwunderlich, dass Entspannungsübungen und Stressbewältigung auch gegen Migräne wirksam sein können.

Milde Gegenmaßnahmen bisher wenig erforscht


Allerdings sind solche im Vergleich zu Medikamenten milden Gegenmaßnahmen bisher nur wenig erforscht und nicht durch medizinische Studien belegt – Stress und Entspannung sind nur schwer in Zahlen zu fassen. Mediziner um Rebecca Wells vom Wake Forest Baptist Medical Center im US-Bundesstaat North Carolina untersuchten darum standardisierte Yoga- und Entspannungsübungen auf ihren Nutzen zur Migränetherapie und -prävention.

Die Forscher unterwiesen eine Gruppe von zehn Studienteilnehmern in einer Meditationstechnik namens Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (engl. mindfulness-based stress reduction, MBSR). Diese Art der Meditation fördert die Wahrnehmung eigener Emotionen und des eigenen Körpers, die sogenannte Achtsamkeit. Insgesamt achtmal nahmen die Probanden an wöchentlichen Seminaren teil und waren außerdem angewiesen, mindestens fünfmal pro Woche selbst zu üben.

Neun weitere Versuchspersonen stellten die Kontrollgruppe und erhielten normale medizinische Betreuung. Alle Studienteilnehmer führten außerdem ein Tagebuch über Migräneanfälle und Kopfschmerzen und wurden vor und nach Ablauf der Studie untersucht.

Weniger Kopfschmerzen, keine Nebenwirkungen


"Wir fanden heraus, dass die MBSR-Teilnehmer tendenziell weniger und weniger schwere Migränen hatten", fasst Wells zusammen. Außerdem dauerten die Kopfschmerzen im Vergleich zu Kontrollgruppe weniger lang an und schränkten die Patienten weniger stark ein. Auch waren sich die MBSR-geübten Patienten im Umgang mit ihren Schmerzen bewusster und empfanden eine Art persönliche Kontrolle über ihre Migräneattacken. Außerdem stellten die Mediziner keinerlei unerwünschte Nebenwirkungen fest. Die Probanden nahmen die erlernte Meditationstechnik offenbar mit Begeisterung auf.

Aus diesen Resultaten schlossen die Forscher, dass MBSR eine sichere und praktikable Migränetherapie für Erwachsene darstellen kann. Selbst wenn die Migräne nicht völlig verschwindet – die Anzahl der Attacken zu senken und auf eine geringere Menge an Medikamenten angewiesen zu sein, stellt für viele Migränepatienten sicher bereits eine große Erleichterung dar.

Wells und ihre Kollegen geben aber auch zu, dass die Teilnehmerzahl der Studie zu klein war, um statistische Abweichungen bei der Häufigkeit und Schwere der Migräneattacken zuverlässig zu erfassen. 

Die positiven Effekte der Meditation auf Kopfschmerzdauer und Lebensqualität seien jedoch deutlich erkennbar gewesen. In zukünftigen Studien mit einer größeren Anzahl an Probanden wollen die Wissenschaftler diese Effekte genauer untersuchen

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